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Die unsichtbaren Farben von Benetton (mapuche-nation.org)

Das Benetton Imperium

Das Benetton Imperium (mapuche-nation.org)Benetton in Europa und Lateinamerika

Die italienische Familie Benetton aus Treviso gründete 1965 die Benetton Gruppe und ist heute Inhaber eines Imperiums, zu dem 15 Fabriken und 6.000 Geschäfte in 120 Ländern gehören. Der Umsatz übersteigt 2 Milliarden Dollar jährlich. Doch das Vermögen des Benetton-Imperiums wird nicht nur durch Mode getragen. Durch die Edizione Holding, einer Gruppe von Finanzunternehmen, kontrolliert Benetton andere Unternehmen. Dazu gehören das Unternehmen Autostrade S.p.A., von dem Benetton 37% im Wert von 12 Milliarden Dollar besitzt, und das Unternehmen Autogrill, welches einen geschätzten Wert von 2 Milliardenen Dollar hat.

In Zukunft wird die Familie Benetton der größte Privataktionär des Unternehmens sein, das durch die geplante Fusion der Edizione Holding mit Abertis entstehen wird. Das neue Unternehmen wird eine bessere Position haben, um privatisierbare Autobahnen und Flughäfen zu kaufen. Es wird 6.713 Kilometer Autobahn in Europa und den USA verwalten und wird außerdem in dreizehn Flughäfen in Städten wie London, Orlando und Stockholm operieren.[1]

Das Autogrill-Imperium, welches zu 67% durch die Benetton-Gruppe kontrolliert wird, ist in 15 Ländern und vier Kontinenten präsent. Es umfasst 4.000 Verkaufsstellen in Flughäfen, Bahnhöfen, Autobahnraststätten und Einkaufszentren. Autogrill kontrolliert folgende Firmen partiell oder vollständig: Acafé, Aliente, Burger King, Chili's Too, Ciao, Cinnabon, Coté France, CPK Asap, Daily News, Dunkin Donuts, Expedia.com Café, Fox Sports, Haagen-Dazs, José Quervo Tequileria, KFC Expree, La Galleria, Market, Pains à ligne, Passaggio, Pizza Hut, Roots, Sbarro, Simply Books, Snack Bar, Spizzico, Sporting Eyes, Starbucks Coffee, TCBY, The Cheesecake Factory, Toilette Longue und Wolfgang Puck.

Am 21. März 2005 erlangte das multinationale italienische Unternehmen Benetton durch Autogrill die Kontrolle über die spanische Firma Aldeasa, welche auf der gesamten iberischen Halbinsel sowie in den meisten lateinamerikanischen Ländern durch "Duty Free"-Verkaufsstellen präsent ist. Auf diese Weise trat Benetton gewaltsam in den lateinamerikanischen Markt ein, besonders in die Kontrolle der Flughafengeschäfte in Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru.[2] Zudem ist die Benetton-Gruppe Aktionär der Telefongesellschaft TIM, einem Unternehmen der "Telecom Italia Gruppe", welches in Brasilien und Peru Investitionen tätigt.

Die Benetton-Gruppe besitzt außerdem ein Team der Formel 1, ein Basketballteam (Benetton Basket - Pallancanestro Treviso SPA) und ein Rugbyteam (Benetton Rugby Treviso).[3]

Benetton in Argentinien

Die Benetton-Gruppe besitzt durch die "Compañía de Tierras del Sud Argentino S.A." 900.000 Hektar Land in Patagonien, auf dem mehr als 270.000 Schafe weiden, und ist damit der größte Landbesitzer Argentiniens. Das Vermögen der Benettons übersteigt die Grenze von 1 Milliarde Dollar und macht sie damit Teil der exklusiven Welt der Großindustriellen auf internationaler Ebene.[4] ... Aber in Argentinien weigerten sie sich, Grundsteuern zu bezahlen, da diese ihnen sehr teuer erschienen: "In El Maitén, wo sie 47.000 Hektar besitzen und in Epuyén, wo sie Inhaber von 20.000 Hektar Land sind, bezahlen sie keine Grundsteuer, da diese ihnen sehr teuer erscheint", informierte die Tageszeitung Clarín mehrmals. Die Benetton-Gruppe schuldet der Gemeindeverwaltung von El Maitén 100.000 Peso und derjenigen von Epuyén 35.000 Peso.[5]

Das Interesse des Benetton-Imperiums am Bergbau

Die Gesellschaft "Minera Sud Argentina SA" wurde am 9. Mai 2003 zur "Anschaffung, Verwaltung und Überweisung von Grundbesitz und Bergbaurechten, sowie der Exploration, Entwicklung, Vorbereitung, Extraktion und Verfeinerung von Mineralien und Nebenprodukten" gegründet. Offensichtlich ist der Präsident der funkelnagelneuen Bergbaugesellschaft Diego Perazzo, der Vizepräsident der "Compañía de Tierras Sud Argentino SA" (CTSA), welche zum Besitz von Benetton gehört.

Es zeigte sich, dass in der Zone, aus der im Oktober 2002 die Mapuche-Familie Curiñanco-Nahuelquir vertrieben wurde, mindestens 15 Bohrungen durchgeführt wurden. Sehr wahrscheinlich steckt also das Interesse am Gold hinter der Vertreibung dieses Ehepaares, das ursprünglich aus Esquel stammt.[6]

Die Benettonskandale

Benetton ändert seine Haltung wie ein Chamäleon seine Farbe. Einerseits fördert das Unternehmen in seiner Propaganda die "vereinten Farben" (United Colors), den Begriff einer multikulturellen Welt und ethnischen Harmonie. Das Unternehmen präsentiert sich als Wohltäter der Armen, aber sobald es um Geschäfte geht, zögert es nicht, alles zu vernichten, was ihm im Wege steht.

Außer dem Konflikt mit dem Mapuche-Ehepaar, welches im Jahre 2002 nach einem Gerichtsbeschluss wegen rechtswidriger Besitznahme von den 500 Hektar Land vertrieben wurde, ist Benetton noch in andere Skandale verwickelt.

Benetton war 1998 im Zentrum eines Skandals wegen Ausbeutung von Kindern in der Türkei. Dort wurden Kinder im Alter von 11 bis 13 Jahren fotografiert, während sie in der Textilfabrik "Bermudas Tekstil" in Istambul arbeiteten, einer Fabrik, die Kleider für die Benetton-Linie produzierte. Die türkische Gesetzgebung und die internationale Arbeitskonvention verbieten die Arbeit von Kindern unter 14 Jahren. Nachdem diese Gesetzeswidrigkeit von einer türkischen Gewerkschaft enthüllt wurde, hob Benetton seine Geschäftsbeziehungen zu dem Unterlieferanten auf.

Ende der 90er-Jahre war Benetton in eine neue Kontroverse verwickelt, als die "Kappa Company", welche teilweise dem Benetton-Konzern gehört, versuchte, eine Kleiderfabrik in besetztem palästinensischen Gebiet zu bauen. Nachdem Menschenrechtsorganisationen Kampagnen gegen diesen Plan organisierten und vor der Verletzung der internationalen Abkommen der vierten Genfer Konvention bezüglich der Unternehmen im OPT (Occupied Palestinian Territory) warnten, gab Kappa seinen Plan auf.

Im Jahr 2003 musste Benetton einen Test der RFID-Etiketten (Radio Frequency Identification) stoppen, weil eine Verbraucherschutzorganisation (CASPIAN - "Consumers Against Supermarket Privacy Invasion and Numbering"), die sich gegen diese Art der Kontrolle einsetzt, zum Boykott aufrief. Benetton gab dieses Vorhaben auf, nachdem Kritiken über den möglichen Gebrauch der RFID-Etiketten zur Verfolgung der Bewegungen der Kunden publik wurden.[7]

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1- Viel mehr als nur Mode für Benetton (Mucho más que moda para los Benetton)
2- Benetton in Lateinamerika (Benetton en América latina)
3- Die Familie Benetton (Benetton Family)
4- Luciano Benetton
5- Die Benetton-Gruppe versprach die Bezahlung der Grundsteuern - Clarín 1999 (El Grupo Benetton prometió pagar los impuestos, Clarín 1999)
6- Benetton - ein Minenarbeiter, menschlich und gerecht (Benetton, un Minero Derecho y Humano)
7- Benetton weltweit (Benetton alrededor del mundo)